Geführte Motorradreise durch das Herz Indiens mit Kultur, Geschichte und Natur.
Daneben erleben wir das ländlich geprägte Indien mit kleinen Dörfern und einer Lebensweise, die sich seit Jahrhunderten kaum verändert hat.
Ein besonderes Highlight ist die Rückfahrt im Nachtzug in der 1. Klasse Sleeper von Varanasi nach Delhi.
Streckenverlauf
1. Tag: Anreise
Dein Abenteuer beginnt mit dem Flug nach Indien!
2. Tag: Ankunft in Delhi, Transfer nach Bharatrpur
Nach dem Frühstück verlassen wir Delhi und fahren mit dem Taxi oder Minivan in Richtung Bharatpur. Die lebhafte Millionenmetropole bleibt hinter uns zurück, und unterwegs gewinnen wir erste Eindrücke vom Alltag Nordindiens.
In Bharatpur warten bereits unsere Royal Enfield Motorräder auf uns – unsere Begleiter für die kommenden Tage. Bei der Motorradübergabe bleibt genügend Zeit für erste Probefahrten, individuelle Anpassungen und eine ausführliche Einführung in das Motorradfahren in Indien, wo Verkehrsregeln manchmal eher als Empfehlung verstanden werden.
Am Nachmittag besteht – je nach Ankunftszeit und Lust – die Möglichkeit zu einem optionalen Besuch des berühmten Keoladeo Nationalparks, besser bekannt als Bharatpur Bird Sanctuary. Das weitläufige Feuchtgebiet zählt zu den bekanntesten Vogelreservaten Indiens und bietet eine überraschend ruhige, fast entschleunigte Atmosphäre.
Die erste Nacht außerhalb Delhis verbringen wir in Bharatpur – ein angenehmer Einstieg in unsere Reise durch das Herz Indiens.
3. Tag: Fahrt nach Agra / ca. 60 km
Heute beginnt unsere erste richtige Etappe auf den Motorrädern. Nach den ersten Kilometern durch Rajasthan erreichen wir Fatehpur Sikri, die ehemalige Hauptstadt des Mogulkaisers Akbar. Die weitläufige Palast- und Festungsanlage gehört zu den beeindruckendsten historischen Orten Nordindiens und vermittelt noch heute einen Eindruck von der Größe des Mogulreiches.
Nach der Besichtigung fahren wir weiter nach Agra. Die Stadt am Yamuna-Fluss ist untrennbar mit dem Taj Mahal verbunden, hat aber weit mehr zu bieten als nur das berühmte Mausoleum.
Am späten Nachmittag besteht – je nach Zeit und Interesse – die Möglichkeit, auf die andere Seite des Flusses zum sogenannten „Mini Taj“ zu fahren. Der oft etwas ruhigere gelegene Garten bietet einen schönen Blick auf das Taj Mahal, besonders im warmen Licht des späten Tages.
4. Tag: Taj Mahal und Fahrt nach Gwalior / ca. 125 km
Früh am Morgen besuchen wir eines der berühmtesten Bauwerke der Welt: das Taj Mahal. Besonders in den frühen Stunden, wenn die ersten Sonnenstrahlen den weißen Marmor in wechselndes Licht tauchen, entfaltet das Mausoleum seine besondere Atmosphäre.
Nach dem Frühstück verlassen wir Agra und fahren weiter in Richtung Gwalior. Unterwegs erleben wir erneut den abwechslungsreichen Verkehr Nordindiens – zwischen lebhaften Ortschaften, kleinen Märkten und langen Geraden durch die Ebene.
In Gwalior erwartet uns die mächtige Festungsanlage, die hoch über der Stadt auf einem Sandsteinfelsen thront. Die weitläufige Anlage zählt zu den eindrucksvollsten Forts Indiens und bietet neben Palästen und Tempeln auch immer wieder beeindruckende Ausblicke über die Stadt.
5. Tag: Gwalior - Orchha / ca. 120 km
Heute rollen wir gemütlich weiter nach Orchha, eine Stadt mit besonderem Flair und viel Geschichte. Die Bundela-Könige hatten hier im 16. Jahrhundert ihre Hauptstadt, und die zahlreichen Paläste und Tempel erzählen von einer glanzvollen Vergangenheit. Orchha lädt zum Verweilen ein – schmale Gassen, bunte Märkte und prächtige Bauwerke sorgen für unvergessliche Eindrücke. Ein perfekter Ort, um in die Kultur Zentralindiens einzutauchen.
6. Tag: Ein ganzer Tag in Orchha
Nach dem Frühstück hast du Zeit, die Schönheit von Orchha in Ruhe zu entdecken. Die Stadt steckt voller Überraschungen: majestätische Paläste, wie der Raja Mahal, kunstvoll verzierte Tempel und die malerische Lage am Fluss machen Orchha zu einem wahren Juwel. Ob beim Schlendern durch die Gassen oder beim Besuch der historischen Stätten – hier spürt man den Zauber vergangener Zeiten. Ein Tag, um durchzuatmen und die Seele baumeln zu lassen.
7. Tag: Orchha - Chanderi / ca. 160 km
Weiter geht’s über kleine, ruhige Straßen nach Chanderi, eine Oase fernab vom Trubel. Die Landschaft wird grüner, hügeliger und lädt zum Staunen ein. Chanderi ist bekannt für seine handgewebten Saris – ein Erlebnis, die Kunstfertigkeit und den Charme dieses traditionellen Handwerks zu erleben. Dein Gästehaus liegt malerisch an einem Hang mit herrlichem Blick über die Landschaft – ein idealer Platz, um den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.
8. Tag: Chanderi - Sanchi / ca. 160 km
Heute fahren wir weiter in Richtung Süden. Sanchi erwartet uns mit seinen weltberühmten buddhistischen Stupas. Diese jahrtausendealten Bauwerke erinnern an die Zeit, als Ashoka der Große den Buddhismus in ganz Indien verbreitete. Hier kannst du tief in die spirituelle Geschichte des Landes eintauchen.
9. Tag: Sanchi - Sagar / ca. 160 km
Die heutige Etappe ist landschaftlich reizvoll, aber die Straßen fordern uns. Daher legen wir einen Zwischenstopp in Sagar ein, um Kraft zu tanken. Für geübte Fahrer wäre es theoretisch möglich, heute bis Khajuraho durchzufahren, aber wir wollen die Fahrt genießen, ohne Stress. Sagar selbst bietet einen guten Einblick ins alltägliche Leben in Zentralindien und ist ein idealer Ort, um in die lokale Kultur einzutauchen.
10. Tag: Sagar - Khajuraho / ca. 180 km
Nach dem Frühstück heißt es heute wieder zurück auf den National Highway. Die Strecke bis Khajuraho lässt sich anders kaum bewältigen, weshalb wir für die Fahrt etwas mehr Zeit einplanen. Voraussichtlich kommen wir erst spätnachmittags an, daher ist der restliche Tag zur freien Verfügung, um anzukommen und sich auf die kommenden Entdeckungen vorzubereiten. Khajuraho erwartet uns mit seiner einzigartigen Tempelanlage – ein echtes Highlight der Reise!
11. Tag: Khajuraho
Der Tag steht im Zeichen von Kultur und Geschichte. Nach dem Frühstück habt ihr viel Zeit, die beeindruckende Tempelanlage mit ihren 25 erhaltenen Tempeln zu erkunden. Ursprünglich waren es 85 kunstvoll verzierte Gotteshäuser, die zwischen 950 und 1050 n. Chr. in nur rund 100 Jahren erbaut wurden. Noch heute rätseln Historiker, warum dieses Meisterwerk der Baukunst gerade hier, mitten im Niemandsland, entstand – weit entfernt von großen Hauptstädten oder mächtigen Festungen.
Besonders berühmt sind die erotischen Darstellungen an den Tempeln, deren Bedeutung bis heute unterschiedlich interpretiert wird. Einige Forscher vermuten, dass der Chandela-Clan damals dem Tantrismus anhing – einer Glaubensrichtung, die die Erfüllung irdischer Bedürfnisse als Teil des spirituellen Weges betrachtet. Andere sehen darin eher eine symbolische Darstellung des menschlichen Lebens oder sogar eine Art Lehrbuch für den Brahmanen-Nachwuchs. So oder so geben die Tempel einen faszinierenden Einblick in die Gedanken- und Glaubenswelt ihrer Zeit.
Am Abend erleben wir die Tempelanlage noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive: Während der Sound-&-Light-Show werden die Geschichte Khajurahos und die Zeit der Chandela-Herrscher eindrucksvoll mit Licht, Musik und Erzählungen lebendig gemacht.
12. Tag: Khajuraho - Chitrakoot / ca. 180 km
Nach einem entspannten Frühstück starten wir in Richtung Chitrakoot. Der „Hügel der vielen Wunder“ liegt eingebettet in eine sanfte, grüne Landschaft mit zahlreichen Wäldern und kleinen Flüssen. Chitrakoot hat eine besondere spirituelle Bedeutung, denn hier sollen Rama und seine Gefährtin Sita elf der vierzehn Jahre ihres Exils verbracht haben. Über die Jahrhunderte zog dieser Ort Dichter, Philosophen und Sinnsucher an, die sich von seiner besonderen Atmosphäre inspirieren ließen. Kein Wunder, dass Chitrakoot auch den Beinamen „Klein-Varanasi“ trägt. Genieße die Fahrt durch die friedliche Landschaft und lasse die spirituelle Ruhe auf dich wirken.
13. Tag: Chitrakoot - Varanasi / ca. 240 km
Heute führt uns die Etappe nach Varanasi, der religiösen Hauptstadt des Hinduismus. Die Stadt am Ufer des Ganges gilt als eine der sieben heiligen Städte und ist eine der ältesten durchgehend bewohnten Städte der Welt. Der Name Varanasi leitet sich von den Flüssen Varuna und Asi ab, die hier zusammenfließen. Die Stadt wird oft als „Stadt des Lichts“ oder „Stadt der Erleuchtung“ bezeichnet. Jährlich kommen etwa eine Million Pilger hierher, um im Ganges ihre Sünden abzuwaschen und für ihre Verstorbenen zu beten. Ein tief religiöser Ort, der von Gläubigen als der beste Ort gilt, um Moksha zu erlangen – die Befreiung aus dem ewigen Kreislauf von Geburt und Tod. Die Fahrt ist lang, doch die Ankunft in dieser spirituellen Metropole ist der perfekte Höhepunkt.
14. Tag: Varanasi
Zwei Tage in Varanasi sind kaum genug, um die spirituelle Tiefe dieser einzigartigen Stadt wirklich zu erfassen. Beginne den Tag am besten mit einer Bootsfahrt bei Sonnenaufgang auf dem Ganges, um das lebendige Treiben an den über 100 Ghats am westlichen Flussufer zu beobachten. Morgendliche Rituale, Waschungen, Gebete – hier pulsiert das Leben in einer ganz besonderen Weise. Auch die abendlichen Zeremonien zu Ehren der Flussgöttin Ganga sind ein unvergessliches Erlebnis, bei dem Lichter, Musik und Gebete den Fluss in magisches Licht tauchen. Neben der spirituellen Atmosphäre ist Varanasi auch berühmt für seine handgewebten, seidenen Saris, die fester Bestandteil der indischen Hochzeitstradition sind. Nutze den Tag, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, ihre verwinkelten Gassen, Märkte und Tempel zu entdecken.
15. Tag: Varanasi - Mit dem Zug nach Delhi
Der Vormittag steht zur freien Verfügung – vielleicht für einen letzten Spaziergang entlang des Ganges, einen Chai in den engen Gassen der Altstadt oder einige letzte Eindrücke dieses faszinierenden Ortes.
Am Abend fahren wir zum Bahnhof und steigen in den Nachtzug nach Delhi. Zugreisen gehören in Indien nach wie vor zum Alltag von Millionen Menschen und vermitteln auch heute noch einen besonderen Eindruck vom Land – wenn auch deutlich komfortabler und geordneter als noch vor einigen Jahren.
Wir reisen in der 1. Klasse im klimatisierten Schlafwagen und verbringen die Nacht entspannt unterwegs Richtung Norden. Während draußen langsam die Landschaft vorbeizieht, erleben wir Indien einmal aus einer ganz anderen Perspektive – ruhig, nah am Alltag und weit entfernt vom hektischen Straßenverkehr.
Früh am Morgen erreichen wir Delhi.
16. Tag: Delhi
Nach dem Frühstück steht ein Tag zur Erkundung der vielseitigen Metropole Delhi auf dem Programm. Von beeindruckenden historischen Bauwerken wie dem Roten Fort und Qutb Minar bis hin zu lebendigen Basaren und modernen Einkaufszentren bietet Delhi alles, was das Herz begehrt. Genieße die vielfältige Küche, entdecke die zahlreichen Tempel und Moscheen oder schlendere durch die weitläufigen Parks der Stadt. Delhi ist ein faszinierender Schmelztiegel von Geschichte, Kultur und Moderne – der perfekte Abschluss für die Reise durch das Herz Indiens.
17. Tag: Heimreise
Meist früh am Morgen treten wir die Heimreise an. Nach all den Erlebnissen, Eindrücken und Begegnungen hoffen wir, dass dir die Reise durch das Herz Indiens gefallen hat. Vielleicht führt dein Weg bald wieder nach Indien – sei es in den exotisch-tropischen Süden oder hoch hinauf in die Himalaja-Region Ladakhs. Bis dahin wünschen wir dir eine gute Heimkehr und viele schöne Erinnerungen im Gepäck.